Jahresrückblick 2021

vom 01. Februar 2022      Zurück zur Übersicht
Jahresrückblick 2021 der Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.
Kein Jahr gleicht dem anderen, aber das Jahr 2021 war das außergewöhnlichste, ereignisreichste und gleichzeitig anstrengendste und schrecklichste, das wir je erlebt haben.

Aber beginnen wir zuerst mit einer kurzen Übersicht: Unsere Ehrenamtler kümmerten sich um 150 Fundkatzen, 67 Abgabetiere und 87 herrenlose Katzen wurden eingefangen. Sage und schreibe 84 Kitten wurden versorgt und einige „Flaschenkinder“ wurden mit viel Liebe und vielen schlaflosen Nächten gepäppelt und von unseren großartigen Pflegestellen großgezogen. Vermittelt wurden 230 Katzen und 85 Katzen wurden kastriert.

Das Jahr startete mit einer großen Überraschung: Unsere Schützlinge wurden von den Kunden des Fressnapfes in Ahrweiler reich beschenkt. Unsere Fellnasen und wir freuten uns so sehr über diese tollen Weihnachtsgeschenke. Über 60 kg Futter, 20 Säcke Streu, Spielzeug, Bettchen und 230 € Gutscheine gab es für die Stubentiger.

Große Sorge hatten wir um einen sehr kranken Kater auf dem Campingplatz in Sinzig-Westum, den wir leider nicht einfangen konnten, da eine obdachlose Person ihn fütterte und unsere Bitten, mit dem füttern auszusetzen, damit wir ihn fangen konnten, leider ignorierte. Wir wandten uns an Behörden, Betreuer und natürlich an die betreffende Person. Doch leider erfolglos. Letztendlich konnten wir ihn halb tot in eine Box locken, sodass wir ihn umgehend zum Tierarzt bringen konnten. Infusionen und alle tierärztlichen Behandlungen waren leider vergebens und so mussten wir ihn nach einer Woche intensiver Pflege unsererseits schweren Herzens in den Katzenhimmel gehen lassen.

Es folgte ein schlimmer Schicksalsschlag. Unser ehrenamtlicher Helfer Carsten Jachowski wurde mit Corona ins Krankenhaus eingeliefert und verstarb kurz darauf. Er engagierte sich 7 Jahre lang für den Verein und setzte sich für unsere Schützlinge auf vielfältige Weise ein, bspw. beim Telefondienst oder der Homepage. Sein plötzlicher Tod machte uns unendlich fassungslos und wir fühlen und trauern mit seiner Familie.

Entsprechend plötzlich hat Kerstin P. die Pflege der Homepage und des Shops übernommen. Und nicht nur das: Sie hat sich parallel in eine neue Website eingearbeitet, die bald live geschaltet werden soll. Den Telefondienst übernehmen Bettina M. und Nina B., die parallel Podcasts für den Verein erstellt. Weiterhin gratuliert Bettina B.-T. unseren Mitgliedern zum Geburtstag. Daher bitten wir um die Weitergabe von neuen Kontaktdaten.

Unsere Tierschutzarbeit ging trotz des Schicksalsschlags weiter und wir retteten aus einem verwahrlosten Haushalt 16 schwerkranke Katzen. Das Katzenhaus war gänzlich gefüllt mit scheuen und alten Katzen, die von ihren Besitzern – so hart es klingt - entsorgt wurden. Ebenso waren unsere Ehrenamtler mit Fangaktionen in Gelsdorf, Mayen, Rech und Niederzissen ausgelastet.

Erfolgsgeschichten sind die Suche nach vermissten Katzen, die wir mit viel Frauenpower fanden und ihren Besitzern zurückgeben konnten. Das schönste Beispiel ist, dass wir einen Kater nach 4(!!) Jahren wieder seinen Besitzern zurückgeben konnten. Auch Luna aus Bad Neuenahr, eine sehr alte und nierenkranke Katze, konnten wir nach mühsamer Suche wiederfinden – die Besitzer waren überglücklich. Zoe, nach einem Umzug entwischt, fingen wir auch ein, über ein halbes Jahr lebte sie auf der Straße. Dies sind nur wenige Beispiele.

Die zahlreichen Facebook-Follower waren uns eine große Hilfe bei der Suche nach vermissten Katzen, allerdings bedeutet auch dies viel Arbeit für unsere ehrenamtlich arbeitenden Tierschützer, denn es bedeutet, täglich neue Suchanzeigen und Beiträge in den Sozialen Medien zu veröffentlichen.

Begleitet wurde das Jahr 2021 mit dem Fangen und betreuen sehr vieler, verwilderter und unkastrierter Straßenkatzen, die meistens krank, unterernährt und sehr scheu waren. Diese Katzen können Niemandem zugeordnet werden. So war auch dieses Jahr begleitet von sehr vielen Fangaktionen in der Gemeinde Adenau. Eigentlich dürfte es in den kleinen Orten rund um Adenau keine unkastrierten Katzen mehr geben, da unsere zwei ehrenamtlich arbeitenden Helferinnen Karin H. und Britta M. seit über 11 Jahren dort verwilderte, tragende Katzen und leider auch Kitten mühsam mit Lebendfallen einfangen. Und auch im Kreis Ahrweiler muss dringend eine Katzenschutzverordnung ins Leben gerufen werden. Die Bürgermeister, die behaupten, es gäbe keine verwilderten Straßenkatzen, sind herzlich eingeladen, unsere Ehrenamtler bei den nächtlichen Fangaktionen zu begleiten. Alle sprechen über Nachhaltigkeit und nichts wäre einfacher, nachhaltig zu handeln, als die Verordnung zu beschließen, die – wohl bemerkt – nur Vorteile mit sich bringt und Leben rettet und sehr viel Leid verhindern würde.

Neben alldem haben wir dem Förderverein Eifeltierheim e.V. geholfen und ca. 20 Katzen aufgenommen, die sehr viel Fürsorge und Ansprache brauchten.

Das Frühjahr war wieder von Corona geprägt und trotzdem haben wir weitergearbeitet. Es wurde eine neue Quarantänestation gebaut. Hierbei unterstützten uns wieder tatkräftig Andrea H. und ihr Mann Dieter, Tatjana und ihr Mann Peter H. sowie unser sowieso schon ausgelasteter Schatzmeister Rudi B. brachte sich wieder mit seinem handwerklichen Geschick ein.

Dirk und Simone E. schickten uns fleißige Helfer und so entstand eine unsere neue Quarantänestation. Durch diesen Bau haben wir die Möglichkeit, kranke und mit Parasiten befallene Katzen aufzunehmen und separieren zu können, ohne unsere anderen Schützlinge anzustecken. Dank eines Facebook-Aufrufs spendete uns Herr Zins Innenraumpeneelen für die komplette Station inklusive Zubehör; und er brachte uns sogar alles ans Katzenhaus. Auch hier war wieder Frauenpower am Werk: Silvia R. schleppte und stapelte mit Herrn Zins die schweren Paneelen in unserem Lagerhaus.

Im April nahmen wir die ersten, tragenden Fundkatzen auf, die leider auch wieder keinem Besitzer zuzuordnen waren. Sogar um Wildkatzenbabys kümmerten wir uns – auch hier war Karin H. wieder im Einsatz. Phil D. brachte die Kitten anschließend zum Retscheiderhof, eine Aufnahmestation für Wildkatzen.

Eine weitere unfassbare, aber leider wahre Begebenheit erlebten wir, als zwei unschuldige, kleine Lebewesen in einem Müllsack entsorgt wurden. Die zuckersüßen Kitten (erst ca. 4 Wochen alt) wurden glücklicherweise von einem Angestellten auf einem Bauhof in Mülheim-Kärlich gefunden. Auch diese Babys wurden mit viel Zeit und Fürsorge von Andrea B. gepäppelt und so können wir stolz berichten, dass wir 2021 insgesamt 21 Kitten mit dem Fläschchen aufgezogen haben. Besonders hervorgehoben werden muss an dieser Stelle der herausragende Einsatz von Martina B., denn dank ihr haben sogar unsere Kaiserschnittbabys überlebt. Da es leider immer öfter vorkommt, dass wir sehr kleine Katzenbabys aufnehmen, die ihre Körpertemperatur nicht halten können, starteten wir einen Aufruf auf Facebook und durch die finanzielle Unterstützung vieler tierlieber Menschen konnten wir endlich einen langersehnten Inkubator kaufen. Auch hier ein großes Dankeschön an alle Unterstützer.

Am 14. Juli, einen Tag vor der Flut, waren wir bereits an unserer Kapazitätsgrenze angelangt und beherbergten 42 Katzen, davon 22 Kitten. Unser Personal im Katzenhaus und auf den Pflegestellen leisteten zu diesem Zeitpunkt schon Unermessliches.

Und dann war plötzlich alles anders. Die Flut riss uns alle aus der Normalität und wir standen vor der großen Herausforderung und Frage, wo wir anfangen sollten. Aber wir waren ab Tag 1 vor Ort, um zu helfen:

Evelyn S. nutzte zwei Wochen Urlaub und kämpfte sich unermüdlich in Flutgebiete durch, um mit weiteren Helfern Wasser- und Futterstellen einzurichten, Plakate aufzuhängen und zu informieren, dass wir uns um vermisste Flutkatzen kümmern. Systematisch wurden im gesamten Ahrtal Lebendfallen aufgestellt und wochenlang nachts überwacht. Die Fahrten zu Andrea B. ins Katzenhaus mit gesicherten Katzen, die erschöpft, schmutzig, verfilzt, dehydriert oder schon krank waren, fanden in der Regel nachts statt, wo sie umgehend Erstversorgt wurden. Über Wochen waren Andrea B. und die ehrenamtlichen Helfer nächtelang im Einsatz und so auch irgendwann am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem kämpften sie weiter.

Die Damen der Hotline Bettina M. und Elfriede B. telefonierten und organisierten bis zu 14 Stunden täglich und sogar nachts wurden Anrufe entgegengenommen. Es ist unglaublich, wie viele Hilfsangebote wir bekamen. Sehr viele, tierliebe Menschen aus vielen unterschiedlichen Bundesländern meldeten sich, um zu helfen. Mario E. und Evelyn S. erstellten Listen von Aushilfspflegestellen und Helfern. Diese waren wichtig, um bei dem Chaos um uns herum den Überblick zu behalten. Die Solidarität rührte uns nicht nur einmal zu Tränen. So viele liebe Menschen kamen ans Katzenhaus, um Geld-, Futter- und Sachspenden für unsere Schützlinge abzugeben. Mitgefühl und Anteilnahme begleitete uns ein halbes Jahr lang. Wir waren am Katzenhaus glücklicherweise nicht betroffen, aber wir hielten uns trotzdem täglich im Flutgebiet auf, da wir jede erdenkliche Möglichkeit suchten, um in diesem kontaminierten Umfeld in den vielen kleinen Ortschaften im Ahrtal Katzen zu finden. Der Gestank, der Staub, die Schlamm- und Schuttberge, die zerstörten Häuser – alle Eindrücke und alle Erlebnisse in diesen Monaten waren unbeschreiblich schrecklich. In den ersten Tage stellten uns der Schlamm, die Schuttberge sowie die vielen zerstörten Brücken vor die große Herausforderung, zu den Tieren zu gelangen. Wir waren gezwungen, riesige Umwege und durch Wald, Felder und Weinberge zu fahren, um dort anzukommen, wo unsere Hilfe gebraucht wurde. Bei unseren Einsätzen lernten wir Iris T. von einem anderen Verein kennen. Wir halfen uns gegenseitig Fallen zu kontrollieren, Katzen aufzunehmen und tauschten untereinander Erfahrungen und Tipps. Die Gespräche mit den vielen Menschen taten uns gut und wir hatten das Gefühl, nicht alleine agieren zu müssen. Andere Tierschutzorganisationen aus vielen Städten schickten uns Fallen, Überläufe, Boxen, Kameras und Fangnetze, die uns halfen, die Katzen einfacher einzufangen. Tasso spendete Geld und Chiplesegeräte. Von Findefix bekamen wir ebenfalls Chiplesegeräte. Die Douglas-Grumme Stiftung und VETO-Tierschutz spendete uns palettenweise Futter und Streu. Der deutsche Tierschutzbund überwies uns Geld. Ohne diese großzügigen Spenden hätten wir die Tierarztkosten nicht stemmen können. Tanja H. und Birgit S. organisierten 8 Paletten Katzenstreu für unsere vielen Schützlinge. Sogar die Unterbringung der Paletten war gewährleistet. Hier auch ein Dankeschön an die Firmen in Remagen und Meckenheim sowie die Spender des Streus.

Im Herbst hatten wir dann fast 60 Katzen aus den Flutgebieten gerettet. Sehr viele Fellnasen konnten wir dank der Sozialen Medien wieder ihren Besitzern zurückgeben. Einige Katzen blieben bei uns in Pflege, da sie ihr Zuhause verloren hatten und die Besitzer in ihren Notunterkünften keine Katzen mitnehmen konnten. Im Dezember hatten wir dann 68 Katzen mühsam eingefangen und bis auf 9 Katzen konnten wir alle Fellnasen ihren Beisitzern zuordnen und überglücklich zurückgeben.

In den Medien berichteten wir über unsere Tierschutzarbeit in den Flutgebieten und so wurde der WDR, SWR 3, die Bildzeitung online und das Nachrichtenportal Rheinland- Pfalz auf uns aufmerksam. Ein Fernsehauftritt von Andrea B. im Katzenhaus wurde bei „Tiere suchen ein Zuhause“ im September ausgestrahlt. Danach folgten unzählige Telefonate mit Interessenten, die unseren Flutkatzen ein schönes Zuhause geben wollten. Wir waren glücklich über so viel Aufmerksamkeit und Unterstützung, denn nur so ist es möglich, unsere Tierschutzarbeit auszuführen und die vielen Katzen zu versorgen. Wir freuten uns ebenfalls, neue Mitglieder für unseren Verein zu gewinnen und Paten begrüßen zu dürfen.

Die Gesamtausgaben im Jahr 2021 belaufen sich auf ca. 84.000 €. Dass wir dies alles auch finanziell stemmen konnten, haben wir vielen privaten Spendern zu verdanken. So bspw. der Lottofee, die uns 1.000 € bescherte. Christian K, Inhaber des Edeka in Kempenich und langjähriges Vereinsmitglied, schlug unseren Verein als „herausragend“ vor. Danke vielmals an alle, die uns – und damit unsere Schützlinge – auf irgendeine Art unterstützt haben!

Unsere Events mit Corona Maßnahmen fanden beim Fressnapf in Mülheim-Kärlich und in Adenau statt. Der Marktleiter des Fressnapfes erlaubte uns eine Tombola zu veranstalten und beim Weinmarkt in Adenau sorgte Michael H., ein Mitglied von uns, dafür, dass wir unsere selbstgefertigten Sachen verkaufen konnten. Natürlich gab es auch Infos rund um den Katzenschutz für Interessierte. Die Spenden und Einnahmen konnten sich sehen lassen und unsere fleißigen „Kreativen Köpfe“ waren stolz ihre Waren an den Mann bringen zu können. Auch hier ein herzliches Dankeschön.

Neben diesem ganzen Tun stemmten wir noch eine Fangaktion in Berg (Grafschaft), wo wir 14 Katzen mit Lebendfallen sicherten und tierärztlich behandelten. Der Großteil der Tiere war sehr scheu und musste erst an Menschen gewöhnt werden. 5 Katzenbabys waren schwer schnupfenkrank und die Augen waren so entzündet, dass sie nichts mehr sehen konnten. Ein sehr großer Pflegeaufwand musste ab diesem Zeitpunkt wieder von der Pflegestelle Andrea B. geleistet werden. Nach Wochen intensivster Pflege sind die Kitten genesen, wurden zahm und konnten vermittelt werden. Das Veterinäramt in Ahrweiler war sichtlich erleichtert und dankbar, dass wir uns auch wieder um diesen Fall gekümmert hatten.

In den Medien wie Rheinzeitung, Blick Aktuell, Stadtzeitung Linus Wittich oder Generalanzeiger wurden von unseren Schreibern Sara, Evelyn und Andrea regelmäßig informative Artikel veröffentlicht. Die Zeitschrift „Geliebte Katze“ berichtete mit zwei DIN A4-Seiten über unsere Tierschutzarbeit in den Flutgebieten. Eine sehr große Hilfe sind unsere treuen Facebook Leser, die unsere tagesaktuellen Texte und Aufrufe, die von Tanja H. gepostet werden, lesen und teilen.

Wir danke auch hier mit einem liebevollen MIAU!!

Interessierte können sich auf unserer Website über unsere Tierschutzarbeit informieren: www.katzenschutzfreunde.de

Fragen werden von unserem Team per Mail oder unsere Hotline gerne beantwortet:

E-Mail: info@katzenschutzfreunde.de

Tel.: 02646/915928

Spendenkonto: Volksbank RheinAhrEifel e.G.
IBAN DE61 5776 1591 0416 1258 00
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