Micky 15 Jahre - eine traurige Geschichte

vom 03. Januar 2024      Zurück zur Übersicht     

Ich besuchte sie, um mir die Katzendame anzuschauen. Obwohl es Sommer war hatten die Schwestern vorsorglich ihren Ofen angefeuert, weil sie der Annahme waren, die Katze könnte frieren. Einige Tage später gebar die Katze drei Kitten, es verlief alles glatt und die Damen waren überglücklich, ja es kam endlich wieder Leben in ihren tristen Alltag und sie sprühten vor Lebensfreude und erzählten mir bis ins kleinste Detail was die Katze machte, wenn ich sie besuchte und Futter brachte. Die Kitten wuchsen gut heran, es gab keine Komplikationen und so konnte ich noch ein weiteres kleines Fundkitten der lieben Mama an die Zitzen legen. Sie putzte und versorgte auch dieses Kitten prima.


Nach der Aufzucht der Kitten wurden die Kätzchen von mir vermittelt. Auch Micky fand ein zu Hause und ging kastriert, entwurmt und entfloht zu einem älteren Herrn nach Niederzissen und die Kitten kamen je zu zweit in ihre neuen Familien.

Da der neue Besitzer von Micky Kontakt zu mir hielt und auch Mitglied in unserem Verein wurde, haben wir uns all die Jahre nicht aus den Augen verloren. Micky besuchte ich ab und an mal oder erkundigte mich nach dem Befinden der Beiden. Durch ein Telefonat erfuhr ich, dass es dem Besitzer nicht gut ging und dass er in ein Alten- und Pflegeheim umziehen musste. Das hieß, Micky musste ihr Zuhause, dass sie 15 Jahre bewohnt hatte, verlassen. Mit Bauchweh dachte ich an die arme Katzendame und natürlich auch an den Besitzer. Jahrelang war Micky sein einziger Lebenssinn, er liebte sie abgöttisch. Doch hatte er für sein Schätzchen Vorsorge geleistet? Wo sollte Micky hin? Wie würde sie reagieren, wenn man sie in ihrem hohen Alter noch umsetzte? Noch dazu kam, dass sie nicht gesund war. Ihre Nieren arbeiteten nicht gut und wurde in den vielen Jahren einmal nach den Zähnen geschaut und saniert. Nein! Das wurde nicht getan, trotzdem sie beim Tierarzt war. Micky mussten wir umgehend abholen, der Neffe, der auch Erbe des beträchtlichen Vermögens des alten Herrn ist, konnte und wollte für die Katze nicht sorgen. Nach einem intensiven Gespräch bekamen wir noch eine geringfügige Spende.


Wir brachten Micky ins Katzenhaus, es war schrecklich zu sehen wie sie jeden Tag weniger wurde. Sie fraß nicht und litt unendlich. So gaben wir sie auf eine Pflegestelle, aber es änderte sich nichts. Micky litt weiter. Doch der liebe Gott ließ Micky nicht im Stich, er erhörte unsere und Mickys Not und schickte uns ein tierliebes Mitgliederehepaar, das Micky aufnahm. Erst einmal als sogenannte Langzeitpflegestelle, wobei der Verein alle Kosten übernahm. Micky musste mehrfach zum Tierarzt, es wurde ein Ultraschall vom Herzen gemacht, Blutdruck und Augeninnendruck gemessen und zu guter Letzt wurden auch die Zähne saniert. Leider wurde auf dem Zungengrund noch ein Tumor entdeckt. Wir alle hielten den Atem an, hoffentlich nichts Bösartiges. Das hätte unsere liebe Micky, die schon so viel ausstehen musste, nicht verdient. Die Biopsie brachte ein negatives Ergebnis, wir alle waren glücklich.

Seit der Zahnoperation, der Medikamentengabe der Blutdruckmittel und der sehr guten Behandlung unseres Tierarztes hat sich Micky gemausert. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes eine „neue Katze“.

Glücklich tobt sie in der Wohnung herum, kommt zum Schmusen auf den Schoß und spielt sogar wieder. Micky hat ihre Lebensfreude wieder. Die Langzeitpflegestelle hat Micky mittlerweile adoptiert und wir sind überglücklich, dass Micky sich so positiv entwickelt hat.

Wir möchten euch auch einmal aufzeigen, dass sich die entstandenen Tierarztkosten für Micky auf 2.000 € für unseren Verein belaufen. So viel dazu, wenn Jemand sagt, sie war das Wichtigste in meinem Leben. Die Langzeitpflegestelle und die behandelnde Tierärztin haben uns eine Spende gemacht, so dass die Kosten minimiert wurden.

Was passiert mit Katzen, wenn der Besitzer gestorben ist, das Altenheim unaufschiebbar oder ein langer Krankenhausaufenthalt nötig ist? Die treusorgenden Angehörigen nehmen liebevoll das Tier auf und bieten ihm ein neues Zuhause.

Dies ist leider die Ausnahme, die traurige Realität ist oft, dass die Angehörigen die Tiere möglichst schnell loswerden wollen und so gar nicht davor zurückschrecken, die ungewollten Katzen einschläfern zu lassen. Zum Glück schläfert kein Tierarzt eine gesunde Katze ein.

Immer wieder passiert es, dass die Katzenschutzfreunde einen Anruf erhalten und zum Glück in letzter Minute das Tier retten und aufnehmen. Diese Katzen werden von den Pflegestellen des Vereins in privaten Räumlichkeiten versorgt und anschließend vermittelt, bekommen so noch eine Chance in einem neuen Zuhause, wo sie wirklich geliebt und gewollt werden.

In der Vergangenheit haben wir immer wieder jüngere und auch ältere Katzen aufgenommen, deren Besitzer verstarben oder in ein Altenheim kamen.

Hast du dir schon Gedanken gemacht, was mit deinem Tier passiert? Über viele Güter gibt es bereits eine Regelung, doch was einem wirklich so sehr am Herzen liegt und jeden Tag begleitet, wird oft übersehen. Treffe jetzt Vorsorge, denn deine Verantwortung dem Tier gegenüber endet nicht mit dem Umzug ein Seniorenheim oder deinem Tod, sondern erst, wenn das Tier gestorben ist.

Welche Vorkehrungen kannst du für dein geliebtes Tier treffen? Wir geben gerne Auskunft und helfen weiter, sprich uns einfach an. Überlass deine Katze nicht ihrem Schicksal, das hat dein Tier nicht verdient.

Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.

Im Brandenfeld 22

53426 Schalkenbach

Hotline: 02646/915928 - Montag bis Samstag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr

E-Mail: info@katzenschutzfreunde.de

Spendenkonto; Volksbank RheinAhrEifel e.G.
IBAN DE61 5776 1591 0416 1258 00


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