Explosionsartig gestiegene Kätzchenzahlen 2022

vom 07. Juli 2022      Zurück zur Übersicht

Explosionsartig gestiegene Kätzchenzahlen in diesem Jahr

Dieses Jahr haben wir, wie auch viele andere Tierschutzvereine der Umgebung, mit einer wahren „Flut an Kitten“ zu kämpfen. Bereits über 40 kleine Kätzchen befinden sich in unserer Obhut und es scheint kein Ende in Sicht. Die diesjährige Kittensaison hat gerade erst begonnen und wir müssen davon ausgehen, dass es noch viel mehr werden.

Letztes Jahr um diese Zeit haben wir gerade mal die Hälfte frisch geborener Katzen und ihre Muttertiere betreut. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Wir ringen aktuell nach möglichen Erklärungen dafür.

Liegt es vielleicht an der Coronapandemie? Die Haustierzahlen schnellten in dieser Zeit beachtlich in die Höhe. Nicht selten wurden dafür Kitten aus dem Ausland und aus selbsternannten Hobbyzuchten (Stichwort ebay-Kleinanzeigen) in die deutschen Haushalte geholt. Leider wurden einige Tiere dabei ziemlich gedankenlos angeschafft…. Homeoffice und Kurzarbeit machten es möglich. Mit Schrecken müssen wir immer wieder feststellen, dass v.a. Katzenneulinge nicht wissen, dass eine Katze bereits mit 5 Monaten geschlechtsreif sein kann und man diese Tiere vor einer Kastration auf gar keinen Fall in den Freigang lassen sollte. Wie schnell kommt auf diesem Wege eine ungewollte Trächtigkeit zustande und leider werden so auch schnell Krankheiten übertragen.

Die von uns betreuten Kitten leiden zu Beginn leider sehr häufig an Parasiten, wie Würmern und Flöhen, haben Katzenschnupfen und sind abgemagert. Auch sind diese Tiere meist gar nicht sozialisiert. Sie fauchen den Menschen an und reagieren entweder sehr ängstlich oder aggressiv auf unsere Annäherungsversuche. Damit diese Kätzchen wieder Vertrauen zum Menschen gewinnen, müssen wir sehr viel Geduld, Zeit und Geld investieren. Das ist bei weitem keine Kleinigkeit und eine Herausforderung für unsere ehrenamtlichen Pflegestellen, die wirklich alles geben, damit aus den wilden Kätzchen, süße Hauskatzen werden.

Einen anderen möglichen Grund (oder vielleicht ist es ein Zusammenspiel von beidem) vermuten wir im Fehlen von Katzenschutzverordnungen in vielen hiesigen Gemeinden. Solche Katzenschutzverordnungen schreiben Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Katzen mit Freigang vor. In unserer näheren Umgebung haben nur die Gemeinden Brohltal, Gerolstein, Maifeld, Bad Hönningen , Bonn und die Stadt Neuwied von Ihrem Recht Gebrauch gemacht eine derartige Verordnung zu erlassen. Anderswo fehlt bisher leider die rechtliche Grundlage.

Dass so eine Katzenschutzverordnung Erfolge einbringt, zeigen uns die Tierschutzvereine in Bonn. Aktuell feiern sie das 10 jährige Bestehen der Kastrationspflicht. So haben sich die Katzenzahlen im Tierheim Bonn nach eigenen Angaben im Laufe der Jahre stark reduziert, von um die 160 auf jetzt um die 110! Das sind schon deutliche Zahlen.

Wir appellieren daher an alle Katzenhalter: Lasst eure Freigängerkatzen kastrieren! Verhindert Katzenleid! Falls Kitten gefunden werden handelt bitte so schnell wie möglich und meldet euch bei den örtlichen Tierschutzorganisationen, damit diesen armen Tieren schnell geholfen werden kann.


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